Der 58-Jährige spricht darüber, wie sehr ihn seine Haftzeit verändert hat, warum sein soziales Umfeld deutlich kleiner geworden ist und weshalb er heute in Italien mehr Lebensqualität empfindet als in Deutschland.

Im Gespräch mit der britischen Zeitung 'The Telegraph' erklärt Becker, dass die Zeit im Gefängnis einen tiefgreifenden Einschnitt in seinem Leben dargestellt habe. Seitdem gehe er vorsichtiger mit Menschen um und habe einen Großteil seiner früheren Kontakte verloren. Er spricht davon, dass sich sein Umfeld drastisch verkleinert habe und nur wenige Verbindungen geblieben seien. Viele frühere Wegbegleiter seien nicht mehr Teil seines Lebens. Zwar begegne er einigen noch gelegentlich, doch der Kontakt sei oberflächlich geworden.

Becker erklärt zudem, dass er gemeinsam mit seiner Familie Strategien entwickelt habe, um sich vor Menschen mit möglicherweise schlechten Absichten zu schützen. Man habe ein internes „Warnsystem“ aufgebaut, das helfe, frühzeitig einzuschätzen, wem man vertrauen könne. Ziel sei es vor allem, das eigene Familienleben zu schützen und frühere Fehler nicht zu wiederholen.

Heute lebt er überwiegend in Mailand und beschreibt seinen Alltag dort als deutlich entspannter. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Lilian de Carvalho Monteiro und seiner Tochter habe er eine neue Heimat gefunden. Italien biete ihm mehr Ruhe und Akzeptanz als Deutschland, wo er sich oft stark bewertet gefühlt habe. Über seine Wahrnehmung in Deutschland sagt er kritisch: "Die Deutschen halten mich, bei allem Respekt, für ihr Eigentum." Er habe häufig das Gefühl gehabt, auf seine Vergangenheit reduziert zu werden und nicht frei über sein Leben entscheiden zu können.
Auch seine Zeit im Gefängnis beschäftigt ihn weiterhin intensiv. Becker beschreibt sie als Phase, in der ihm alles Äußere genommen worden sei und nur seine Persönlichkeit geblieben sei. Rückblickend habe er sich fragen müssen, wie er mit dieser Situation umgehe und was sie aus ihm mache. In diesem Zusammenhang sagt er: "Wenn man eingesperrt ist, verliert man buchstäblich alles."